Umzug Radiostudio Bern: Reine Salamitaktik?

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© SRG BE FR VS / Nicole Imhof
Die Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten.

Das Signal des Nationalrats an die Adresse der SRG SSR war überdeutlich. Mitte Juni hatte er fünf parlamentarischen Initiativen zugestimmt, die unter dem Titel «Vielfalt statt Konzentration» verlangten, dass die SRG ihre Audio-Angebote im Bereich Information schwergewichtig am Standort Bern produziert. Als Reaktion auf den massiven Widerstand kam die SRG auf den Zentralisierungsentscheid zurück und kündigte die Ausarbeitung einer «Audiostrategie» an.

Am 6. November 2019 nun wurden die Mitarbeitenden des Radiostudios über den Richtungsentscheid des Verwaltungsrats zur geplanten Ausrichtung der Radio-Informationssendungen informiert. Leider scheinen sich die Befürchtungen zu bewahrheiten: Sicher ist bisher, dass die Flaggschiffe «Echo der Zeit» und «Rendez-vous», das «Tagesgespräch» sowie die Inland-, die Ausland- und Teile der Wirtschaftsredaktion in Bern bleiben. Das sind zwischen 130 und 170 Stellen. Wo die Radionachrichten produziert und gesprochen werden, ist offiziell noch nicht bestimmt. Die Redaktion von SRF 4 News soll mit grosser Wahrscheinlichkeit umziehen.

Sicher ist auch, dass die Innovationsabteilung im Leutschenbach angesiedelt wird. Dort sollen die neuen, digitalen Audioformate wie beispielsweise neue Podcast-Serien entwickelt und produziert werden. Geht es nach dem Willen der SRG, findet die Zukunft also in Zürich statt. Der Erhalt des Radiostudios Bern ist vielleicht nur eine Frage der Zeit.

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